Feuerwehr-News

128 Tote und über 270 Vermisste bei Großfeuer an Hochhauskomplex in Hongkong

Am Mittwoch, 26. November 2025, brach gegen 14:51 Uhr Ortszeit (Hongkong) ein Feuer in der Wohnanlage Wang Fuk Court aus. Die Anlage besteht aus acht Hochhäusern mit 31 Stockwerken, in denen insgesamt rund 1.984 Wohnungen untergebracht sind.

Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich mehrere Gebäude in der Renovierung — außen waren Bambusgerüste und Gerüstnetze angebracht. Experten sehen in diesen Bauelementen einen maßgeblichen Faktor, der die rasche Brand- und Rauchausbreitung begünstigte. Augenzeugen und Videoaufnahmen zeigen, wie die Flammen zunächst die Gerüste erfassten, sich dann entlang der Fassaden ausbreiteten und schließlich mehrere Wohntürme erreichten. Dicke Rauchwolken stiegen auf, Trümmer und brennende Gerüstteile fielen herab — eine gefährliche Situation sowohl für Bewohner als auch Einsatzkräfte.

Nach Eingang der Brandmeldung wurde der Einsatz sehr schnell eskaliert: Zunächst wurde Alarm ausgelöst — wenig später, um 15:34 Uhr Ortszeit, erhöhte man die Alarmstufe auf Kategorie 4. Spätestens am Abend wurde die höchste Warnstufe, Kategorie 5, ausgerufen. Hunderte Feuerwehrleute sowie zahlreiche Rettungs- und Sanitätskräfte rückten an. Die Einsatzlage war äußerst schwierig: Aufgrund der hohen Temperaturen, des dichten Rauchs und der Gefahr herabstürzender Gerüstteile war ein innerer Löschangriff bzw. eine Rettung über Treppen und Flure vielfach kaum möglich. Der Leiter der Einsatzkräfte berichtete, dass der Zugang zu oberen Stockwerken stark eingeschränkt sei und die Entrauchung sowie sichere Wege für Bewohner unsicher.

Die Dimension der Katastrophe ist erschreckend: Laut offiziellen Angaben stieg die Zahl der Todesopfer von anfänglich vier bis am Morgen des 27. November 2025 unserer Zeit schon auf mindestens 44 Tote. Außerdem gelten rund 279 Menschen als vermisst. Unter den Toten ist auch mindestens ein Feuerwehrmann. Mehrere Bewohner wurden mit teils schweren Rauch- und Brandverletzungen in Krankenhäuser eingeliefert; zahlreiche weitere befinden sich in kritischem Zustand. Die Behörden evakuierten Hunderte Bewohner: Viele kamen vorübergehend in Notunterkünften unter. Betroffene berichten, dass sie gezwungen waren, ihre Wohnungen sofort zu verlassen — teils mit nur dem, was sie am Körper trugen. Einige standen unter Schock, andere versuchten, Angehörige zu finden, die möglicherweise noch im Gebäude waren.

Videos und Berichte zeigen verzweifelte Szenen: Bewohner, eingehüllt in Decken, Menschen mit Taschen und Habseligkeiten auf dem Arm, wartend auf Rettung — während im Hintergrund Flammen und Rauch aus den Hochhäusern lodern

Die Wohnblocks stammen aus den 1980er Jahren und sind Teil des öffentlichen Wohnungsbaus. Eine frühere Untersuchung hatte ergeben, dass die Gebäude eine größere Sanierung benötigen. Im Januar 2024 wurden Sanierungspläne beschlossen — aktuell wurde an der Fassade gearbeitet. Die verwendeten Bambusgerüste und Netze sind eine traditionelle Bauweise in Hongkong — trotz moderner Alternativen. Gerade weil Bambus und Netzmaterial leicht entflammbar sind, gelten sie als brandschutzkritisch. Die Regierung hatte angekündigt, Bambusgerüste bei öffentlichen Bauprojekten schrittweise durch Metallgerüste zu ersetzen.
Laut Berichten könnte das Feuer von außen — also am Gerüst — ausgegangen sein, bevor es sich entlang der Fassaden und in die Innenräume ausbreitete. Die rasche vertikale und horizontale Ausbreitung spricht stark für die Rolle der Gerüste und Fassadennetze. Allerdings: Eine offizielle, abschließende Brandursache wurde bislang nicht veröffentlicht. Es ist unklar, ob technisches Versagen, fahrlässiges Verhalten während der Arbeiten, Materialversagen oder eine Kombination aus mehreren Faktoren den Ausbruch ausgelöst hat.

Die Zahl der Toten und Vermissten könnte sich noch ändern — die Rettungsarbeiten laufen, und nicht alle Wohnungen waren beim Ausbruch vollständig belegt. Dutzende Menschen sollen sich laut Medienberichten am Morgen des 27. November 2025 in kritischem Zustand befinden. Bekanntgegeben wurde inzwischen auch, dass man nach und nach zur Verwendung von Metallgerüsten übergehen will.

Bis 30. November 2025 wurde die Anzahl der Todesopfer auf 128 hochgeschraubt. 200 Menschen gelten immer noch als vermisst! Bei dem Großbrand hat der Feueralarm in den betroffenen Gebäuden nicht richtig funktioniert. Das bestätigte die Feuerwehr. Ein Sprecher kündigte an, das zuständige Wartungsunternehmen zur Verantwortung zu ziehen.

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