Oö. Landes-Feuerwehrverband wird Standort Linz aufgeben! Land Oö informiert über neues Zentrum
Die beste Infrastruktur für unsere Sicherheit: Oberösterreich bekommt ein neues Feuerwehrzentrum. Rund 95.000 Feuerwehrmitglieder leisten in Oberösterreich Jahr für Jahr mehr als sieben Millionen Stunden ehrenamtlich für die Sicherheit der Bevölkerung. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an das Feuerwehrwesen laufend: Einsätze werden komplexer, neue Technologien schaffen neue Gefahrenlagen und Extremwetterereignisse stellen Einsatzkräfte immer häufiger vor große Herausforderungen.

Allein bei Brandeinsätzen werden die oberösterreichischen Feuerwehren jährlich im Durchschnitt rund 13.000-mal alarmiert. Bei Unwettereinsätzen zeigt sich die zunehmende Dynamik besonders deutlich: Während in vergleichsweise unwetterarmen Jahren rund 5.000 Einsätze zu bewältigen sind, wurden 2021 bereits rund 12.600 und 2023 mehr als 13.600 Unwettereinsätze verzeichnet.
Wachsende Anforderungen an die Einsatzkräfte
Diese Entwicklungen erfordern moderne Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten, leistungsfähige Logistik sowie eine Infrastruktur, die Ausbildung, Katastrophenschutz, Koordination und Einsatzvorbereitung langfristig trägt. Mit dem neuen Oö. Feuerwehrzentrum entsteht eines der größten Zukunftsprojekte in der Geschichte des oberösterreichischen Feuerwehrwesens. Ausbildung, Katastrophenschutz, Logistik, Koordination, Organisation und Service werden künftig an einem Standort gebündelt.

100 Millionen Euro für Sicherheit und Katastrophenschutz
Mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro setzt das Land Oberösterreich gemeinsam mit dem Oö. Landes-Feuerwehrverband eine der bedeutendsten Zukunftsinvestitionen in Sicherheit, Ausbildung, Katastrophenschutz und Einsatzbereitschaft in Oberösterreich um. Die dafür vorgesehenen Mittel werden eigens für dieses Vorhaben bereitgestellt und schaffen den finanziellen Spielraum für die umfassende Modernisierung der Feuerwehrinfrastruktur.
Landeshauptmann Thomas Stelzer betont, dass die Feuerwehren das Rückgrat der Sicherheit in Oberösterreich sind. Wer ihre Zukunft absichere, investiere unmittelbar in den Schutz der Menschen im Land. Mit dem neuen Feuerwehrzentrum würden die Voraussetzungen geschaffen, dass die Einsatzkräfte auch künftig bestmöglich ausgebildet, ausgerüstet und auf neue Herausforderungen vorbereitet sind. Sicherheit beginne lange bevor die Sirene heult – mit guter Ausbildung, moderner Infrastruktur, vorausschauender Planung und der Bereitschaft vieler Freiwilliger.

Wertschätzung für 95.000 Feuerwehrmitglieder
Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Landesrätin Michaela Langer-Weninger unterstreicht, dass Sicherheit dort entsteht, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Die Feuerwehren leisteten Tag für Tag Außergewöhnliches – bei Bränden, Unwettern, Verkehrsunfällen oder Katastrophenlagen. Mit dem neuen Oö. Feuerwehrzentrum würden die Voraussetzungen geschaffen, damit Einsatzkräfte auch künftig unter bestmöglichen Bedingungen realitätsnah ausgebildet werden können. Das sei eine Investition in die Sicherheit der Bevölkerung und ein starkes Zeichen der Wertschätzung für die 95.000 Feuerwehrmitglieder in Oberösterreich.
Realitätsnahe Ausbildung als Schlüssel
Die Einsatzrealität verändert sich kontinuierlich. Technologische Entwicklungen, neue Schadenslagen, zunehmende Extremwetterereignisse sowie steigende Anforderungen an Führung, Kommunikation und Koordination erfordern moderne Rahmenbedingungen. Besonders im Bereich der Ausbildung werden möglichst realistische Trainingsmöglichkeiten immer wichtiger. Dazu zählen unter anderem Atemschutz- und Heißausbildungen, Realbrand-Übungen, Hochwasserübungen und Katastrophenschutzszenarien, Sonderdienste sowie komplexe Verkehrs- und Technikeinsätze.

Der bestehende Standort erfüllt wichtige Aufgaben, stößt jedoch an seine räumlichen und funktionalen Grenzen. Vor allem großflächige Übungsszenarien sowie moderne Logistik- und Lagerstrukturen können dort nur eingeschränkt umgesetzt werden.
Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer betont deshalb, dass die Mitglieder Ausbildung brauchen, die so nahe wie möglich an der Realität ist. Die Anforderungen an die Feuerwehren würden laufend steigen. Das neue Feuerwehrzentrum schaffe die notwendigen Voraussetzungen, um die Kameradinnen und Kameraden bestmöglich auf Einsätze vorzubereiten und die hohe Qualität der Ausbildung langfristig abzusichern.
Kompetenzzentrum für das gesamte Bundesland
Das neue Oö. Feuerwehrzentrum wird künftig zentrale Funktionen von Feuerwehrwesen und Katastrophenschutz an einem Standort bündeln. Geplant sind moderne Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten, leistungsfähige Lager- und Logistikflächen, zeitgemäße Führungs- und Kommunikationssysteme sowie die Service- und Organisationsinfrastruktur für die Unterstützung der Feuerwehren im gesamten Bundesland.

Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer beschreibt das geplante Zentrum als modernes Kompetenzzentrum, das Ausbildung, Einsatzvorbereitung, Katastrophenschutz, Logistik und Service miteinander verbindet und die Einsatzfähigkeit der oberösterreichischen Feuerwehren nachhaltig stärkt. Von dieser Infrastruktur sollen sämtliche Feuerwehren im Land profitieren – durch qualitätsgesicherte Ausbildung, realitätsnahe Übungsmöglichkeiten, Fachunterstützung und eine leistungsfähige Koordination im Hintergrund.
St. Marien als Standort mit Zukunft
Für die Standortsuche wurde auf Basis eines Kriterienkatalogs eine umfassende Analyse vorgenommen. Ausschlaggebend waren insbesondere die Verfügbarkeit landeseigener Flächen, ausreichende Entwicklungsmöglichkeiten für die kommenden Jahrzehnte sowie die Möglichkeit, den Standort flexibel und wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Dabei kristallisierten sich landeseigene Flächen in der Gemeinde St. Marien heraus.

Die Flächen verfügen über ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten, um sowohl aktuelle Anforderungen als auch zukünftige Bedürfnisse im Feuerwehr- und Katastrophenschutzwesen berücksichtigen zu können. Ergänzend dazu zeichnet sich der Standort durch seine zentrale Lage und gute Erreichbarkeit aus, wodurch günstige Voraussetzungen für eine effiziente Einsatzorganisation geschaffen werden können.
Darüber hinaus gilt die Gemeinde St. Marien als attraktiver und leistungsfähiger Standort. Bereits in der Vergangenheit habe sich die Gemeinde als Impulsgeberin für die regionale Entwicklung gezeigt. Damit biete St. Marien alle wesentlichen Voraussetzungen, um einen zukunftsorientierten Standort für das Feuerwehrzentrum zu ermöglichen.

Weitere Planung in Abstimmung mit der Gemeinde
Im nächsten Schritt sollen die weiteren Rahmenbedingungen gemeinsam mit der Gemeinde in vertiefenden Gesprächen und Planungsprozessen erarbeitet werden. Ziel ist es, die konkreten Umsetzungsmöglichkeiten des Projekts in enger Abstimmung mit allen Beteiligten zu prüfen und die weiteren Schritte entsprechend vorzubereiten.
Landesrätin Michaela Langer-Weninger hält fest, dass Menschen, die den Notruf wählen, schnelle und professionelle Hilfe erwarten. Auf die Feuerwehren sei jederzeit Verlass. Dieses enorme Engagement verdiene die bestmöglichen Rahmenbedingungen. Mit dem neuen Feuerwehrzentrum werde nicht nur in Gebäude und Infrastruktur investiert, sondern vor allem in die Menschen, die ihre Freizeit und Kraft in den Dienst der Sicherheit der Bevölkerung stellen.

Umsetzung mit Verantwortung und Weitblick
Die Umsetzung des Projekts erfolgt schrittweise auf Basis sorgfältiger Planung, geordneter Verfahren und wirtschaftlicher Verantwortung. Der bestehende Standort soll im Zuge der Projektentwicklung verwertet werden. Der Erlös soll in das Gesamtprojekt einfließen. Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass der Standort auf landeseigenen Flächen entwickelt werden soll. Das stärkt Verfügbarkeit, Planungssicherheit und wirtschaftliche Verantwortung.
In den kommenden Jahren folgen die notwendigen Genehmigungsverfahren, vertiefende Planungen, ein Architektenwettbewerb sowie die technische und organisatorische Detailentwicklung. Nach aktuellem Stand ist aus heutiger Sicht mit einem Baubeginn nach Abschluss dieser Schritte voraussichtlich in etwa drei bis vier Jahren zu rechnen.
Zukunftssicherung für das Feuerwehrwesen
Mit dem neuen Oö. Feuerwehrzentrum investiert Oberösterreich gezielt in die Zukunft seines Feuerwehrwesens, in die Sicherheit der Bevölkerung und in die Leistungsfähigkeit eines bewährten Systems.

Landeshauptmann Thomas Stelzer erklärt dazu, dass die Herausforderungen größer werden und deshalb auch die Möglichkeiten wachsen müssen. Mit dem neuen Feuerwehrzentrum werde eine Zukunftsversicherung für Oberösterreich geschaffen und dafür gesorgt, dass das Feuerwehrwesen auch in den kommenden Jahrzehnten zu den leistungsfähigsten Europas zählt. Mit dem Baubeginn wird in drei bis vier Jahren gerechnet.


